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Als die Leuphana Universität Lüneburg in einer ZDF-Serie als Kulisse diente, konnte Dennis Müller nicht nur dem bekannten Schauspieler Tom Schilling bei der Arbeit zu sehen, sondern durfte auch selbst als Komparse am Filmset dabei sein. Diese Drehtage weckten in ihm eine Begeisterung für die Welt des Films, die ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat.
Heute arbeitet er als Producer bei einer YouTube-Agentur in Hamburg und verantwortet dort alles rund um Videoproduktionen: er kommuniziert mit Kund:innen, koordiniert das Team, kümmert sich um die Buchung von Creator:innen und gibt Feedback an Drehbuchautor:innen. Am meisten gefällt ihm an seinem Beruf, dass dieser organisatorische und kreative Tätigkeiten miteinander vereint.
Der Einstieg in die Filmbranche war für Dennis alles andere als vorhersehbar. Nach der Realschule machte er zunächst eine Ausbildung zum Bürokaufmann, ehe er beschloss, sein Fachabitur nachzuholen und sich als Erster in seiner Familie an einer Universität zu bewerben. 2011 begann er schließlich sein Bachelorstudium in Umweltwissenschaften mit dem Nebenfach Wirtschaftspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg.
Im Studium erwarb Dennis nicht nur Grundlagenwissen in Naturwissenschaften, Nachhaltigkeitsmanagement und Nachhaltigkeitsvermittlung, sondern erlebte auch eine Reihe prägender Momente. Das Leuphana-Semester, in dem alle Studiengänge gemeinsam zusammenkommen, empfand er als besonders wertvoll: Hier konnte er durch die gemeinsame Arbeit mit Menschen aus völlig unterschiedlichen Fachrichtungen das wissenschaftliche Arbeiten kennenlernen, bevor er sich in den folgenden Semestern ganz in seinem Fachbereich vertiefte. Besonders interessant war für ihn schon damals das Thema Kommunikation, mit dem er sich sowohl im Haupt- als auch im Nebenfach intensiv beschäftigte.
Zugleich kam Dennis während des Studiums nicht nur im Rahmen des ZDF-Drehs auf dem Campus mit den Themen Medien und Film in Kontakt. So arbeitete er als studentische Hilfskraft am Center for Sustainability Management, für das er Videos drehte und die Website betreute. Außerdem war er Teil des Teams bei dem jährlich an der Universität stattfindenden Lunatic-Festival, in dessen Rahmen ein ganzer Film produziert wurde. Ausgehend von diesen Erfahrungen meldete er noch während des Bachelorstudiums ein Nebengewerbe für Filmproduktion an und gewann mit dem CamGuru Award einen Filmpreis für Nachwuchsfilmschaffende in München.
Nach der Zeit an der Leuphana Universität gründete Dennis gemeinsam mit einem Kollegen die Produktionsfirma Blue Ape Media, die sich vor allem mit der Erstellung von Imagefilmen, Recruiting- und Musikvideos befasste. Besonders wichtig war Dennis in diesem Kontext, mit Unternehmen aus dem Nachhaltigkeits- und Sozialbereich zusammenzuarbeiten. Damals wie heute ist er der Überzeugung, dass Film und Bewegtbild eine unglaubliche Kraft haben. Auf der großen Leinwand, aber auch in einem YouTube-Video können Geschichten erzählt werden, die bewegen, verbinden und Menschen zum Umdenken bringen.
Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie gestaltet sich als Quereinsteiger:in der Weg in die Filmbranche, und wie produziert man seinen ersten eigenen Film? Was braucht es wirklich, um eine eigene Produktionsfirma zu gründen? Und welchen Ratschlag gibt Dennis all jenen mit auf den Weg, die nach dem Studium noch nicht genau wissen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollen?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck
Das Gespräch fand statt im Mai 2022.
Unser heutiger Gast: Dennis Müller, Producer
Zentrale Zitate dieser Episode
»Hier an der Universität wurde ein Pilot gedreht für eine ZDF-Serie mit Tom Schilling. Da war ich als Komparse dabei und war das erste Mal an so einem Filmset. Und irgendwie hat mich das so begeistert, dass mich diese Thematik nicht mehr losgelassen hat. Ich fand das total faszinierend, an diesem Set zu sein und dieses ganze Gewusel und das ganze Team zu sehen.«
»Man kann mit seinen Filmen und Videos Menschen wirksam erreichen und zusammenbringen. Sowohl im Fiktionalen wie auch zum Teil in der Werbung ist das mittlerweile ganz wichtig, weil es eben nicht nur um Verkauf geht, sondern um Themen, die gesellschaftlich relevant sind: um Nachhaltigkeit, um soziale Gerechtigkeit, um die Zukunft. Und wenn man das mit einer guten Geschichte verbindet, dann kann man tatsächlich etwas bewegen.«
»Ich bin Arbeiterkind, in meiner Familie hat vorher niemand studiert. Ich hatte immer das Gefühl, so schlau bin ich nicht. Und dann bin ich nach Lüneburg gekommen und habe mich verliebt. Ich fand die Uni faszinierend. Und im Studium habe ich dann erst richtig verstanden: Film, das ist jetzt mein Ding.«
Anmerkung der Redaktion: Zitate werden zum Teil zur besseren Lesbarkeit oder zum Verständnis des Zusammenhangs leicht angepasst, der Inhalt wird jedoch nicht verändert.
Aufgaben im Job: Organisation und Planung von Produktionen, Kundenbetreuung, Teamkoordination, Buchung von Creator:innen, Auswahl und Koordination von Autor:innen, Feedback zu Drehbüchern, Sicherstellung reibungsloser Abläufe rund um die Videoproduktion
Tina Teucher hat genug davon, dass viele in unserer Gesellschaft immer nur mit dem Finger auf das zeigen, was insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit noch nicht funktioniert. Ihrer Ansicht nach […]
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