Als das Feature endlich kam, waren wir manchmal enttäuscht, aber die Aufregung auf dem Weg half dabei, die gesamte Erfahrung positiv zu halten.
Ich hätte nie geglaubt, dass ich mein Geld zurückbekommen könnte, nachdem ich über 3 Monate lang Kapital gehandelt habe, sie haben mir den Zugang zu meinem Handelskonto verweigert und ich konnte das Geld nicht abheben.
keyboard_arrow_rightSchule von Grund auf neu denken: Judith Holle über Lernkulturwandel und ihren Weg zur Geschäftsführerin des Sozialunternehmens „beWirken“
Ein Sozialunternehmen, das die Schule verändern will. Aber nicht nur mit einzelnen Workshops oder durch Einführung eines neuen Schulfachs – „das wären nur Pflaster“ für gegenwärtige Probleme im Schulsystem, wie unsere Gästin Judith Holle erklärt. Sie ist Geschäftsführerin von „beWirken“, einer gemeinnützigen Bildungsorganisation, die mit Schulen, Lehrkräften und Bildungsbehörden daran arbeitet, Lernangebote grundlegend, systematisch und dauerhaft zu reformieren.
Judith ist in einem Elternhaus aufgewachsen, das in ihr schon früh ein Gefühl der sozialen Verantwortung geweckt hat. Nach der Schule machte sie so zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Schottland, in einer Camphill-Einrichtung für junge Menschen mit Behinderung. Ein Jahr, in dem sie viel gelernt hat, das ihr aber auch gezeigt hat, dass Sonderpädagogik zwar ein interessantes und sinnstiftendes Feld, aber nicht der Bereich war, in den sie persönlich auch gehen wollte. Zurück in Deutschland suchte sie nach einem Studium, das gesellschaftliche Themen mit einer konkreten Berufsperspektive verband. Schließlich entschied sie sich für berufliche Bildung in der Sozialpädagogik mit dem Unterrichtsfach Politik an der Leuphana Universität Lüneburg und beendete das Studium 2019 mit dem Bachelor.
Das Studium war auf die spätere Arbeit als Berufsschullehrerin für Erzieher:innen ausgerichtet und Judith beschreibt es als inhaltlich sehr weit gefächert: In den Jahren an der Leuphana lernte sie viel über Sozialpädagogik mit Fokus auf frühkindliche Bildung, Didaktik, Soziologie und Bildungstheorie. Die soziologischen Seminare sind ihr besonders in Erinnerung geblieben. Das Thema Bildungsungleichheit und die Frage, warum sich soziale Ungleichheit im Bildungssystem so hartnäckig reproduziert, hat sie in diesem Rahmen damals intensiv beschäftigt und beschäftigt sie noch immer. So merkte Judith früh, dass sie vor allem fasziniert, was Bildung im Grundlegenden eigentlich ist und wie sie gestaltet werden könnte, auch über die konkrete Tätigkeit als Lehrerin hinaus.
Mindestens genauso prägend wie die Inhalte war ihr Engagement neben dem Studium. In der Initiative „Policy Lab“ machte Judith politische Bildungsarbeit, moderierte Podiumsdiskussionen und stieg schnell in Leitungsrollen auf, bis hin zum Vereinsvorstand. Dort erlebte sie, wie viel Spaß es ihr macht, eine Organisation zu gestalten und voranzubringen. In diesem Rahmen lernte sie auch die Gründer:innen von „beWirken“ kennen, die damals noch eine Initiative waren. Judiths Einstieg hier war ein fließender Übergang: ehrenamtliches Engagement, dann erste bezahlte Aufgaben, schließlich eine Führungsrolle und die Geschäftsführung. So wurde sie zu einer „Mitbegründerin der zweiten Phase“ bei dem Sozialunternehmen.
Heute leitet sie ein Team von vierzehn Personen und begleitet Schulen über zwei bis drei Jahre dabei, ihr gesamtes Lernkonzept zu überdenken, hin zu individuellerem, projektbasiertem Lernen. Außerdem entwickelt sie Fortbildungsformate, in denen Lehrkräfte die eigene Rolle evaluieren und neue Unterrichtsmethoden entdecken können. Im vergangenen Jahr hat „beWirken“ unter ihrer Mitverantwortung auch einen fünfteiligen Episodenfilm und ein Buch produziert, beide unter dem Titel „Unlearn School“, die zeigen, wie Lernen jenseits von Gleichschritt und strengen Vorgaben aussehen kann.
Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Warum glaubt Judith, dass ein klares Berufsbild bei der Studienwahl manchmal eher bremst als hilft? Was steckt hinter dem Begriff Lernkulturwandel und welche Formate braucht es, um Schule langfristig wirklich zu verändern? Und welches Potenzial bietet das Engagement in Initiativen während des Studiums?
Viel Spaß beim Hören!
Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck
Das Gespräch fand statt im Januar 2024
Unser heutiger Gast: Judith Holle, Geschäftsführerin von „beWirken“
Zentrale Zitate dieser Episode
»Schule muss viel stärker das Individuum ins Zentrum des Lernens stellen. Es geht darum, viel mehr im eigenen Tempo zu lernen, viel mehr in Projekten und praxisorientiert zu arbeiten, die Fächer zusammenzubringen und interdisziplinär zu denken. Und Erfahrungen zu schaffen, in denen junge Menschen merken: Ich kann das.«
»Wir sind eine sehr systemisch denkende Organisation. Wir wollen Hebel finden für Veränderungen, die wirklich relevant sind. Wir wollen nicht irgendwie hier und da nette Projekte machen, sondern wirklich wirkungsvoll sein und einen Unterschied machen.«
»Es gibt wenige Berufsbilder, die an einem Studiengang fest dranhängen, und das wird immer weniger sein. Zu gucken, wo liegt meine Stärke, meine Leidenschaft, wo liegt Potenzial, das ich mir holen kann, das würde ich empfehlen.«
Anmerkung der Redaktion: Zitate werden zum Teil zur besseren Lesbarkeit oder zum Verständnis des Zusammenhangs leicht angepasst, der Inhalt wird jedoch nicht verändert.
Aufgaben im Job: Führung des Teams, Begleitung von Schulen auf dem Weg zu neuen Lernkonzepten, Moderation von Workshops mit Schulleitungen, Lehrkräften und Schüler:innen, Entwicklung von Fortbildungsformaten für Lehrkräfte, Zusammenarbeit mit Kultusministerien und Bildungsbehörden, Mitarbeit an Planung und Erstellung von Produkten wie Büchern und Filmen
Für dieses Profil schreiben unterschiedliche Mitarbeiter*innen von "Studium & dann?", immer mit Begeisterung für Podcasting, spannende Geschichten und den Austausch mit unseren Hörer*innen.
Für sein kreatives Talent eingestellt zu werden und an Kollektionen für eines der bekanntesten Modelabels der Welt mitzuwirken: Was für viele ein Traum ist, ist für Marius Jung Realität. Als […]
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